
Die BBC hat ein umfassendes Porträt des chinesischen Fast-Fashion-Unternehmens Shein erstellt, das für seine erschwinglichen Preise bekannt ist. Journalistinnen und Journalisten haben Tage in Guangzhou verbracht, wo sie die Arbeitsbedingungen in Fabriken untersucht haben, die hauptsächlich für Shein produzieren. Die Recherchen deckten ausbeuterische Arbeitspraktiken auf, darunter extrem lange Arbeitszeiten und mögliche Gesetzesverstöße. Zudem beleuchtete der Bericht die Herausforderungen der globalen Textilindustrie und forderte mehr Transparenz von Shein.
Die Realität hinter den günstigen Produkten
Die BBC-Reportage entlarvt die schattenhaften Seiten des Ultra-Fast-Fashion-Geschäftsmodells, das Shein zum globalen Giganten gemacht hat. Die Untersuchung legt nahe, dass die extrem niedrigen Preise auf Kosten der Arbeiter:innen erzielt werden, die oft unter schwierigen Bedingungen arbeiten müssen. Die Arbeitszeiten sind oft weit über dem gesetzlichen Limit, was zu schwerwiegenden Fragen über die Nachhaltigkeit und Ethik dieser Praxis führt.
In Panyu, einem Stadtteil von Guangzhou, der als „Shein-Dorf“ bekannt ist, produzieren über 5.000 Fabriken Kleidungsstücke für das Unternehmen. Die BBC-Berichterstattung enthüllte, dass Arbeiter:innen bis zu 75 Stunden pro Woche arbeiten, was chinesischen Arbeitsgesetzen widerspricht. Diese langen Arbeitszeiten ermöglichen es Shein, täglich tausende neue Designs zu veröffentlichen und einen riesigen Marktanteil zu erobern. Der Bericht betont jedoch auch, dass solche Praktiken nicht nur bei Shein verbreitet sind, sondern vielmehr ein Spiegelbild der gesamten Branche sind.
Kritik und Forderungen nach mehr Transparenz
Der Bericht hebt zudem kritische Stimmen hervor, die fordern, dass Shein seine Geschäftspraktiken überdenkt und transparenter wird. Experten sehen hier eine Notwendigkeit, um das Vertrauen der Investoren und Kunden zurückzugewinnen. Es gibt auch Vorwürfe bezüglich Zwangsarbeit und Kinderarbeit, die das Unternehmen vehement bestreitet.
Neben den langen Arbeitszeiten wirft die BBC-Vereinbarung auch Licht auf andere problematische Aspekte. So gibt es Vorwürfe, dass Shein Baumwolle aus Xinjiang bezieht, wo Zwangsarbeit vermutet wird. Das Unternehmen behauptet zwar, sich für faire Arbeitsbedingungen einzusetzen und an der Verbesserung der Einhaltung von Vorschriften zu arbeiten, doch Kritiker fordern weiterhin Offenlegung der gesamten Lieferkette. Sheng Lu, Experte für die globale Textilindustrie, sieht dies als notwendig, um das Vertrauen der Investoren zu gewinnen. Zudem zeigt der Bericht, dass einige Fabrikbesitzer:innen Shein als verlässlichen Partner loben, während andere sich über die Preiskontrolle und hohe Anforderungen beschweren. Die BBC-Reportage verdeutlicht somit die Komplexität der Probleme und die Notwendigkeit für tiefgreifende Reformen.
