
In der Welt der Mode ist es oft weniger um Konformität als vielmehr um den Bruch mit etablierten Normen. Die Berliner Marke Namilia hat dies in ihrer jüngsten Kollaboration mit dem legendären Playboy-Label bewiesen. Gründerin Nan Li spricht darüber, wie sie und ihr Team die Grenzen des Akzeptierten erweitern und dabei auf ein Publikum treffen, das nach Provokationen verlangt.
Die Zusammenarbeit zwischen Namilia und Playboy stellt eine faszinierende Verbindung her: einerseits steht hier eine Ikone der Popkultur, andererseits eine moderne Modemarkt, die sich durch kontroverse Designs hervorgetan hat. Li erklärt, dass ihre Entscheidung für diese Partnerschaft nicht nur aus nostalgischen Gründen getroffen wurde, sondern auch, um Fragen über Ästhetik und Identität aufzuwerfen. "Playboy" sei zwar inhaltlich umstritten, aber seine visuelle Sprache sei wieder en vogue – insbesondere das pinkfarbene Trash-Look der 2000er Jahre.
Durch ihre Arbeit will Namilia kritische Diskussionen anregen. Li betont, dass es nicht darum geht, traditionelle Rollenbilder zu reproduzieren oder zu bestätigen, sondern vielmehr, diese zu hinterfragen. Die Kollektion soll reflektiert werden, sowohl was die Darstellung von Sexualität angeht als auch in Bezug auf gesellschaftliche Erwartungen an Frauen. Dies spiegelt sich auch in der Auswahl der Produkte wider; Tabus wurden berührt, aber letztendlich ging es darum, etwas Neues zu schaffen, das provoziert und gleichzeitig Spaß macht.
Provokation als Kunstform kann viele Formen annehmen. Für Namilia bedeutet dies, die Grenzen zwischen öffentlich und privat, zwischen akzeptabel und tabu zu verschwimmen. Dabei bleibt die Marke treu ihrem Prinzip der Selbstermächtigung und setzt sich gegen vorherrschende Schönheitsideale zur Wehr. Mit jeder neuen Kollektion möchte Li und ihr Team nicht nur Aufsehen erregen, sondern auch eine Plattform bieten, auf der wichtige gesellschaftliche Themen diskutiert werden können. Es zeigt sich, dass Mode mehr sein kann als nur Oberflächlichkeit – sie kann ein Spiegelbild unserer Zeit sein und gleichzeitig deren Herausforderungen thematisieren.
