Shein tritt für Tierschutz ein: Was hinter der neuen Richtlinie steckt

Der Online-Händler Shein hat kürzlich eine neue Richtlinie eingeführt, die den Verkauf von Produkten mit Pelz, Federn und Exotenleder auf seiner Plattform untersagt. Diese Maßnahme wurde durch intensive Diskussionen mit PETA USA initiiert und betrifft sowohl direkte Produkte als auch Artikel von Drittanbietern. Während diese Entscheidung als positives Signal für den Tierschutz gilt, bleibt das Geschäftsmodell des Unternehmens weiterhin umstritten.

Die Initiative von Shein, tierische Materialien aus dem Sortiment zu streichen, resultiert aus einem intensiven Austausch mit PETA USA. Dieses Engagement zeigt sich in einer klaren Richtlinie, die nicht nur die eigenen Produkte umfasst, sondern auch die Angebote von Drittanbietern. Die Organisation berichtet von detaillierten Informationen über das Leid von Füchsen, Kaninchen, Straußen und anderen Wildtieren in der Modebranche. Videoaufnahmen dokumentieren grausame Praktiken wie das Ziehen von Federn oder das Durchtrennen des Rückenmarks bei Krokodilen.

Allerdings stellt sich die Frage, wie groß der tatsächliche Einfluss dieser Entscheidung ist. Laut PETA Deutschland verkaufte Shein früher 10 Pelzmäntel aus verschiedenen Fellarten, zwei Taschen aus Krokodilleder sowie Hunderte von Artikeln aus Straußenfedern auf seiner Plattform. Im Vergleich zum täglichen Output von bis zu 9.000 neuen Artikeln erscheint dieses Verbot eher symbolisch. Das Unternehmen profitiert jedoch von einem grüneren Image, was insbesondere bei jungen US-Kunden gut ankommt.

Dennoch bleibt das Geschäftsmodell von Shein umstritten. Die Ultra-Fast-Fashion geht oft schnell kaputt und enthält giftige Substanzen, wie Tests ergeben haben. Die Produktionsbedingungen sind ebenfalls kritisch: Mitarbeiter arbeiten bis zu 75 Stunden pro Woche unter teilweise illegalen Bedingungen in China. Auch wenn Shein explizit für Tierwohl eintritt, bleiben Materialien wie Leder und Wolle im Sortiment.

PETA begrüßt die Schritte von Shein, während andere Organisationen wie Utopia weiterhin davon abraten, bei Shein einzukaufen. Alternativen bieten Secondhand-Produkte oder nachhaltige Marken, die ökologische Standards einhalten. Der Kauf solcher Produkte trägt dazu bei, sowohl Umwelt als auch Tiere besser zu schützen.