
Mit einer innovativen KI-Technologie wollen zwei Unternehmerinnen das Problem der massiven Retouren im Online-Handel angehen. Die Gründerinnen von Saiz entwickeln digitale Lösungen, die nicht nur den Einkauf erleichtern, sondern auch enorme Umweltbelastungen reduzieren sollen. Ihre Vision: Ein System, das Retouren überflüssig macht und gleichzeitig nachhaltiger konsumiert.
Die aktuelle Situation im deutschen Online-Shopping ist alarmierend. Deutschland führt weltweit die Statistik in Sachen Retouren an und verursacht damit immense CO2-Emissionen. Die Gründerinnen von Saiz bieten hier eine bahnbrechende Lösung mit präzisen Größenempfehlungen durch Avatare und detaillierte Produktmessungen.
Vom Avatar zum perfekten Passgenauigkeit
Die Grundidee des Systems von Saiz basiert auf der digitalen Abbildung des menschlichen Körpers. Anstatt sich auf unsichere Standards wie S oder M zu verlassen, schaffen Marita Sanchez de la Cerda und Svenja Tegtmeier ein personalisiertes Maßsystem. Dieser Ansatz revolutioniert die bisherige Größenordnung in der Modebranche.
Durch die Implementierung von avatarbasierten Größenempfehlungen wird das Kaufverhalten deutlich nachhaltiger. Das digitale Messsystem kombiniert dabei 3D-Technologie mit künstlicher Intelligenz, um sowohl dem Kunden als auch dem Hersteller einen maximalen Nutzen zu bieten. Die genauen Daten ermöglichen es den Produzenten, ihre Produkte effizienter herzustellen und so Ressourcen zu sparen. Gleichzeitig profitieren die Verbraucher von einem passgenauen Produkt, ohne das Risiko der Rücksendung einzugehen.
Die Vorgehensweise bei Saiz unterscheidet sich signifikant von herkömmlichen Methoden. Während andere Unternehmen oft auf allgemeine Größenangaben zurückgreifen, geht Saiz einen Schritt weiter. Durch die Nutzung von Human AI und Product AI werden Kleidungsstücke detailliert analysiert und dem individuellen Körpermodell zugeordnet. Diese Methode berücksichtigt nicht nur die Größe, sondern auch spezifische Körpermerkmale wie Schulterbreite oder Taille. So können potenzielle Passungsprobleme bereits vor dem Kauf erkannt und vermieden werden. Das System sorgt dafür, dass die Kundinnen und Kunden genau wissen, wie ein Produkt auf ihrem eigenen Körper sitzt, bevor sie es bestellen.
Eine nachhaltige Zukunft für die Modeindustrie
Das Ziel der beiden Gründerinnen ist klar: Die Reduktion von CO2-Emissionen durch intelligente Technologien. Ihre Berechnungen zeigen beeindruckende Ergebnisse – durch optimierte Größenempfehlungen könnten Hunderttausende Tonnen CO2 gespart werden. Dies macht die Initiative zu einem wichtigen Beitrag für ein grüneres Morgen.
Die Nachhaltigkeitseffekte der Saiz-Technologie sind vielfältig. Zunächst einmal verringert sich der Bedarf an Transporten durch weniger Retouren. Darüber hinaus können Produzenten gezielter produzieren und so Rohstoffe sparen. Die Digitalisierung der Produktionsprozesse trägt ebenfalls zur Effizienzsteigerung bei. Besonders bemerkenswert ist die langfristige Perspektive: Wenn sich die neue Größenkategorisierung etabliert, könnte dies zu einem Paradigmenwechsel in der Modebranche führen. Die traditionellen Größenbezeichnungen könnten durch präzise Maße ersetzt werden, die auf wissenschaftlichen Daten basieren. Dies würde nicht nur das Einkaufen vereinfachen, sondern auch den Druck minimieren, in eine bestimmte Größe zu passen. Der Fokus liegt dann auf der individuellen Passform und nicht mehr auf gesellschaftlichen Normen.
