






In Bern entwickelt das Modelabel NCCFN eine neue Art der Modedesign, die weit über den reinen Verkauf hinausgeht. Mit einer Kombination aus nachhaltiger Produktion, preispolitischer Innovation und sozialem Engagement setzt sich das Netzwerk gegen herkömmliche Branchenstrukturen zur Wehr. Besonders auffällig ist dabei die Möglichkeit für Kunden, selbst zwischen einem Minimal- und Maximalpreis zu verhandeln. Diese Methode soll ein Bewusstsein für faire Löhne und nachhaltige Ressourcennutzung schaffen.
Ein Netzwerk für nachhaltige Werte
Inmitten eines kreativen Viertels in Bümpliz hat das Modelabel NCCFN seinen Sitz. Gegründet wurde es 2018 von Nina Jaun als Bachelorprojekt an der Hochschule für Gestaltung und Kunst Basel unter dem Motto "Nothing Can Come From Nothing". Das Label produziert Kleidungsstücke aus fehlerhaften oder überproduzierten Stoffen, die sonst verschwendet würden. Dabei arbeitet NCCFN eng mit lokalen Handwerkern zusammen und pflegt internationale Kooperationen.
Die Preisgestaltung stellt einen besonderen Aspekt dar: Anstatt feste Preise zu setzen, können Interessenten bei vielen Produkten zwischen einem Minimal- und einem Maximalpreis verhandeln. Dieser Ansatz soll nicht nur für mehr Transparenz sorgen, sondern auch die Verantwortung des Konsumenten betonen. So entsteht ein Dialog über faire Löhne und realistische Produktionskosten.
Am kommenden Freitag und Samstag wird NCCFN als eines von 26 Labels beim Laufmeter-Event im Kornhausforum Bern präsent sein. Die Veranstaltung bietet neben Modeschauen auch die Möglichkeit, Produkte direkt zu erwerben und mit den Designern ins Gespräch zu kommen.
Von einem journalistischen Standpunkt aus betrachtet, zeigt das Konzept von NCCFN auf eindrucksvolle Weise, dass Mode viel mehr sein kann als ein reiner Konsumartikel. Es verdeutlicht, wie durch innovative Ansätze und kollaboratives Arbeiten neue Wege in der Textilindustrie beschritten werden können. Insbesondere die Integration globaler Nachhaltigkeitsziele in den täglichen Betrieb bietet ein Musterbeispiel dafür, wie ökologisches Denken und wirtschaftlicher Erfolg Hand in Hand gehen können.
