
In der Modebranche hat sich eine neue Entwicklung durchgesetzt, die sowohl Chancen als auch Kontroversen mit sich bringt. Digitale Avatare, die auf Künstlicher Intelligenz basieren, bieten Models die Möglichkeit, virtuelle Versionen von sich selbst anzubieten. Diese werden in Werbekampagnen und Social-Media-Inhalten eingesetzt. Unternehmen wie H&M haben bereits begonnen, solche virtuellen Doppelgänger einzusetzen, was jedoch nicht ohne Widerstand bleibt. Die Plattform modelmanagement.com führt diese Idee weiter voran, indem sie Models ermöglicht, ihre digitalen Abbilder zu vermarkten und dafür zu entschädigen. Ob dieses Konzept Bestand haben wird, hängt von der Akzeptanz sowohl bei den Modellen als auch bei den Verbrauchern ab.
In der heutigen Zeit sind digitale Technologien unausweichlich, auch in der Welt der Mode. Helena, ein echtes Model mit einem KI-generierten Zwilling, steht exemplarisch für diese Entwicklung. Ihr virtuelles Ebenbild kann an verschiedenen Orten gleichzeitig präsent sein und bietet damit Vorteile, die traditionelle Models nicht bieten können. Die Plattform modelmanagement.com nutzt diese Innovation, um einen Markt zu schaffen, auf dem Fotografen und Unternehmen Models kontaktieren und buchen können – inklusive ihrer digitalen Versionen. Dieses System erlaubt es Models, ihren Beruf auf innovative Weise auszuweiten.
H&M hat Ende März mit einer Initiative Aufmerksamkeit erregt, indem sie 30 Models aufforderten, KI-basierte Avatare zu erstellen. Diese sollen in sozialen Medien und Werbekampagnen eingesetzt werden. Ein wichtiger Aspekt ist dabei, dass die Rechte an den Bildern bei den Models liegen, die dafür bezahlt werden. Diese Maßnahme löste gemischte Gefühle aus. Während einige die Integration neuer Technologien begrüßen, fürchten andere, dass dies den Bedarf an realen Models verringern könnte.
Die Diskussion um KI in der Mode geht tiefer. Es gibt bereits virtuelle Influencer wie Lil’ Miquela, die über zwei Millionen Instagram-Follower zählt. Auch bei Levi’s gab es kürzlich eine kontroverse Debatte, als das Unternehmen ankündigte, KI-Models im Online-Shop einzusetzen. Diese Ankündigung wurde jedoch zurückgenommen, nachdem viele Kritiker argumentierten, echte Menschen sollten stattdessen eingebunden werden.
Trotz dieser Herausforderungen sehen Unternehmer wie Andreas von Estorff große Potenziale in der Kombination aus realen und virtuellen Models. Er betont, dass der Bedarf an visuellem Inhalt rapide wächst, insbesondere bei kleinen E-Commerce-Unternehmen. Durch die Nutzung von KI können Kosten gespart werden, da Studiomiete, Make-up-Künstler und Reisekosten entfallen. Gleichzeitig legt von Estorff Wert darauf, dass die Rechte der Models geschützt werden. Sie erhalten eine Entschädigung für die Nutzung ihrer digitalen Versionen, und alle Details werden vertraglich geregelt.
Eine mögliche Zukunft könnte darin bestehen, dass Models verschiedene Jobs gleichzeitig ausführen – physisch an einem Ort tätig zu sein, während ihr Avatar woanders arbeitet. Dennoch gibt es skeptische Stimmen, die befürchten, dass digitale Avatare irgendwann die realen Models vollständig ersetzten könnten. Sarah Ziff von The Model Alliance warnt vor der Ausbeutung von Bildrechten und fragt sich, ob digitale Doppelgänger weniger Honorar erhalten oder ob sie mit der Zeit so perfekt werden, dass echte Models überflüssig werden.
Zukünftige Trends könnten sich zwischen authentischem Content und digitalen Lösungen aufteilen. Während einige Firmen weiterhin echte Models bevorzugen werden, nutzen andere die Effizienz von KI-generierten Bildern. Für Andreas von Estorff bedeutet dies, dass sich alle Beteiligten anpassen müssen. Auch Fotografen können von KI profitieren, da diese nur Werkzeug ist, das die Kreativität der Menschen untermauert. Letztendlich werden Verbraucher lernen, mit diesen neuen Realitäten umzugehen. Die Transparenz darüber, welche Bilder durch KI erstellt wurden, könnte dabei helfen, Misstrauen zu vermeiden.
