





In den letzten Monaten hat die vietnamesische Modebranche eine signifikante Veränderung erlebt, mit dem Rückzug etlicher großer Marken vom lokalen Markt. Seit Mitte 2024 haben etwa zehn namhafte Unternehmen ihre Tore geschlossen, darunter auch jahrelang etablierte Namen wie Catsa, Hnoss und Elpis. Diese Marken waren durchweg für ihre hohe Qualität und breite Kundenzufriedenheit bekannt. Doch trotz ihres Erfolgs mussten sie sich einer wachsenden Herausforderung stellen: dem Druck des schnellen Modezyklus und der zunehmenden Preiswettbewerbs auf E-Commerce-Plattformen.
Ein Blick hinter die Kulissen der Branche
In der farbenfrohen Welt des Modemarktes Vietnams erlebt man seit einiger Zeit eine Konsolidierung. Große Marken wie Catsa, die über Jahre hinweg Dutzende Geschäfte betrieben hat, sowie Hnoss, das von Seedcom Group gefördert wurde, haben nach langer Betriebsdauer ihre Pforten geschlossen. Auch Edini und Mot haben sich von ihrer täglichen Produktlinie verabschiedet, um stattdessen auf traditionelle Kleidungsstücke wie Ao Dai oder Ao Yem zu setzen. Die Gründungsgeschichten dieser Marken spiegeln nicht nur persönliche Entscheidungen wider, sondern auch allgemeinere Trends innerhalb der Branche. Bach Cao Cuong, ein erfahrenes Mitglied der Bekleidungsindustrie, erklärte, dass Rabattkämpfe und die Abhängigkeit von Key Opinion Leaders (KOLs) zur Belastung für viele Marken geworden sind.
Währenddessen versucht die Branche neue Wege einzuschlagen. So organisierte Frau Trang Le, Präsidentin der Vietnam International Fashion Week, eine Konferenz über künftige Verbrauchertrends, um vietnamesische Designer mit internationalen Entwicklungen zu verbinden. Carla Buzasi, CEO des Unternehmens WGSN, betonte dabei die Notwendigkeit, Verbraucher als Mittelpunkt jeder strategischen Planung zu sehen. Neue Talente und Marken wie White Ant und Sixdo zeigen jedoch, dass Hoffnung besteht. Im ersten Halbjahr 2025 planieren diese Unternehmen neue Geschäfte in den Provinzen und veranstalten bedeutende Modenschauen.
Von einem journalistischen Standpunkt aus bietet diese Entwicklung einen interessanten Einblick in die Dynamik zwischen Tradition und Innovation in der vietnamesischen Modebranche. Während einige Marken ihren Betrieb eingestellt haben, weil sie den Ansprüchen der Fast-Fashion nicht gerecht werden konnten, suchen andere nach nachhaltigen Lösungen und neuen Zielgruppen. Dies zeigt, dass die Zukunft der Mode in Vietnam weniger von kurzfristigen Trends geprägt sein könnte, sondern vielmehr von einer bewussteren Herangehensweise an die Produktion und den Verkauf. Es ist inspirierend zu sehen, wie junge Marken wie PHAM oder etablierte Designer wie Le Thanh Hoa weiterhin optimistische Signale senden und somit den Weg für eine lebendige und innovative Modebranche ebnen.
