Die Kontroverse um Doodle-Hunde: Kritik und Expertenmeinungen

In der Hundewelt hat sich ein neuer Trend etabliert, der zunehmend an Beliebtheit gewinnt: die Kreuzung von Hunden mit Pudeln, bekannt als Doodles. Während diese Designerhunde oft als allergikerfreundlich beworben werden, gibt es erhebliche Bedenken hinsichtlich ihrer Gesundheit und Zuchtpraktiken. Prominente Hundeprofis wie Martin Rütter und Tierärzte wie Dr. Peter Scabell äußern ihre Skepsis gegenüber dieser Entwicklung.

Die Kritik an der Vermarktung von Doodle-Hunden

Martin Rütter, ein renommierter Experte auf dem Gebiet der Hunde, wirft den Vermarktern von Doodle-Kreuzungen vor, dass sie unverantwortlich handeln. Er betont, dass die Werbung dieser Tiere als allergikerfreundlich lediglich Marketing sei. Laut Rütter führt die hohe Nachfrage nach diesen Mischlingen dazu, dass viele Züchter ohne ausreichende Vorsichtsmaßnahmen agieren. Dies könne zu gesundheitlichen Problemen bei den Welpen führen.

Rütter kritisiert insbesondere die Art und Weise, wie diese Hunde in den Markt gebracht werden. Die Bezeichnung „allergikerfreundlich“ wird häufig missbräuchlich verwendet, obwohl sie keinen wissenschaftlichen Hintergrund hat. Er weist darauf hin, dass die ursprünglichen Züchter selbst Fehler eingestanden haben. Diese Unachtsamkeit trägt dazu bei, dass potenzielle Besitzer falsche Vorstellungen über die Eigenschaften dieser Tiere entwickeln. Die fehlenden strikten Zuchtregelungen verstärken dieses Problem noch weiter.

Gesundheitsrisiken und Expertenbewertungen

Tierärzte wie Dr. Peter Scabell sehen die Situation differenzierter. Sie erkennen zwar das Potenzial für gesundheitliche Risiken an, aber sie betonen auch, dass kontrollierte Zuchtmethoden helfen können, diese Probleme zu minimieren. Dennoch bleibt die Sorge bestehen, dass die Fehlende Regulierung der Zuchtprozesse zu schwerwiegenden Folgen führen kann.

Dr. Scabell erklärt, dass die Gesundheit der Hunde nicht automatisch durch die Kreuzung verbessert wird. Im Gegenteil, die erblichen Anlagen beider Elternrassen bleiben erhalten. Ein Labradoodle kann genauso an Hüft- oder Ellbogenproblemen leiden wie sein reinrassiger Cousin. Ähnlich verhält es sich bei anderen Kreuzungen wie Maltipoos oder Cockapoos, die spezifische Gesundheitsprobleme ihrer Elternrassen weitertragen können. Auch die Annahme, dass diese Mischlinge allergikerfreundlich sind, wird als Irrtum entlarvt. Der Pudel wird oft als antiallergen gehandhabt, doch tatsächlich ist es der Speichel des Hundes, der Allergien auslösen kann, nicht seine Haare. Diese Einsichten unterstreichen die Notwendigkeit, bei der Auswahl eines Hundes sorgfältig zu überlegen und sich umfassend zu informieren.