E-Rezept: Apotheken kämpfen weiter mit Kinderkrankheiten
Die Einführung des elektronischen Rezepts in Deutschland hat für viele Apotheken zu Beginn für Chaos und Unsicherheit gesorgt. Zwar haben sich die Probleme inzwischen etwas entschärft, doch es hakt nach wie vor an verschiedenen Stellen. Vor allem fehlerhafte Rezepte und Probleme mit der Telematikinfrastruktur machen den Apotheken zu schaffen. Trotz der Fortschritte sehen viele Betriebe den Mehraufwand durch das E-Rezept als belastend an.Apotheken sehen weiterhin Verbesserungspotenzial beim E-Rezept
Mehr Sicherheit, aber immer noch Probleme
Zwar fühlen sich die Apotheken inzwischen deutlich sicherer im Umgang mit dem E-Rezept als noch zu Beginn, doch es gibt nach wie vor Herausforderungen. Während zu Jahresbeginn noch über die Hälfte der Befragten angaben, sich nur teilweise sicher zu fühlen, sind es nun nur noch knapp 6 Prozent. Rund 47 Prozent fühlen sich mittlerweile sehr sicher und weitere 47,5 Prozent zumindest halbwegs sicher. Allerdings sehen immer noch 35 Prozent der Teilnehmer die Einführung des E-Rezepts als Katastrophe an. Lediglich 18,8 Prozent hatten von Anfang an keine Probleme.Mehr Aufwand statt Arbeitserleichterung
Entgegen der Erwartungen bringt das E-Rezept den Apotheken bislang kaum Arbeitserleichterung. Rund 72 Prozent der Befragten geben an, dass der Aufwand sogar gestiegen ist. Lediglich etwas mehr als 10 Prozent sehen eine Reduzierung des Aufwands. Für die meisten Betriebe hat sich die Situation also nicht verbessert, sondern verschlechtert.Fehlerhafte Rezepte als Hauptproblem
Als Hauptursache für die Probleme mit dem E-Rezept machen die Apotheken vor allem fehlerhafte Rezepte aus. Rund 42 Prozent sehen darin den Hauptgrund für Schwierigkeiten. Weitere 42 Prozent machen die Telematikinfrastruktur dafür verantwortlich, während nur 8,5 Prozent Probleme mit der eigenen Software sehen. Damit hat sich die Situation im Vergleich zum Jahresbeginn kaum verändert.Unterschiede zwischen Anbietern
Auffällig sind auch die Unterschiede zwischen den verschiedenen Anbietern von Apothekensoftware. Während bei Pharmatechnik-Nutzern offenbar weniger Probleme auftreten, scheint es bei ADG- und Noventi-Anwendern mehr Schwierigkeiten zu geben. Dies deutet darauf hin, dass die Umsetzung des E-Rezepts von Softwareanbieter zu Softwareanbieter variiert.Prognose: Noch Luft nach oben
Insgesamt zeigt sich, dass die Einführung des E-Rezepts in den Apotheken noch nicht reibungslos verläuft. Zwar haben sich die Probleme etwas entschärft, doch es gibt nach wie vor Herausforderungen. Vor allem fehlerhafte Rezepte und Probleme mit der Telematikinfrastruktur machen den Betrieben zu schaffen. Viele Apotheken sehen den Mehraufwand durch das E-Rezept als belastend an. Ob sich die Situation in den nächsten Monaten weiter verbessert, bleibt abzuwarten. Die Prognose, dass der Umgang mit dem E-Rezept den Arbeitsalltag in drei Monaten erleichtern würde, hat sich jedenfalls nicht erfüllt.You May Like